Die jüngsten Berichte über das Überlaufen von Gülle in der Schweinemastanlage in Gerbisbach werfen erneut ein grelles Licht auf die Zustände vor Ort. Laut einem Bericht der Mitteldeutschen Zeitung vom 27. März 2026 ist in der Nacht vom 23. auf den 24. März zu einer Havarie gekommen, bei der Gülle austrat und vermutlich in umliegende Gewässer gelangte. Die Ursache ist bis heute ungeklärt. Der Bündnisgrüne Direktkandidat im Wahlkreis 25, Martin Schäfer, hat Fragen und fordert Antworten vom Jessener Bürgermeister.
Für uns als BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Landkreis Wittenberg ist klar: Dieses Maß an Intransparenz und möglichen Umwelt- sowie Tierschutzverstößen ist nicht hinnehmbar. Martin Schäfer, der grüne Direktkandidat im Wahlkreis 25, richtet daher folgende Fragen an den Bürgermeister von Jessen – Michael Jahn:
- Was war die konkrete Ursache für das Überlaufen der Gülle in der Schweinemastanlage?
- Wann wurde die Stadtverwaltung informiert und wann wurden Sie persönlich als Bürgermeister über die Havarie in Kenntnis gesetzt?
- Wann und auf welchem Weg wurde die Bevölkerung gewarnt oder informiert?
- Wie viele Schweine werden aktuell in der Anlage gehalten?
- Das Urteil vom Bundesverwaltungsgericht vom 25. September 2025 ist rechtskräftig. Demnach muss der Betreiber die zahlreichen Missstände, die in der Schweinemastanlage vorherrschen, „heilen“. Welche Maßnahmen vom Betreiber sind Ihnen bekannt?
- Welche Schritte unternehmen Sie, um die Umsetzung dieser Maßnahmen aktiv zu kontrollieren?
- Was unternehmen Sie zum Schutz der Tiere, die laut Medienberichten nicht artgerecht gehalten werden?
- Welche Maßnahmen ergreifen Sie, um die Bevölkerung vor weiteren Emissionen und gesundheitlichen Risiken zu schützen?
- In welche Gewässer ist die Gülle konkret geflossen? Laut Bericht wurde ein Graben kontaminiert und eine Weiterleitung Richtung Schwarze Elster nur durch Notmaßnahmen verhindert.
- Mit welchen ökologischen Schäden ist zu rechnen und welche Kosten werden auf die Allgemeinheit zukommen?
Die bisherigen Informationen lassen vermuten, dass es sich nicht um einen Einzelfall, sondern um ein strukturelles Problem handelt. Dass selbst nach einem rechtskräftigen Gerichtsurteil weiterhin Missstände bestehen und nun auch Umweltgefährdungen eintreten, ist ein politisches und administratives Versagen.
Wir erwarten umgehende, transparente und vollständige Antworten. Die Bürgerinnen und Bürger haben ein Recht darauf zu erfahren, welchen Risiken sie ausgesetzt sind und wer dafür Verantwortung trägt.